Was ist ein EDC? – Everyday Carry für den Alltag und die Wildnis

EDC-Ausrüstung auf einem Holztisch

Unter Everyday Carry (EDC) versteht man die Gegenstände, die Menschen täglich bei sich tragen, um ihnen bei der Bewältigung ihres Alltags zu helfen. Diese Artikel sind in der Regel praktisch, funktional und für alltägliche Bedürfnisse oder Herausforderungen gedacht.

Was ist der Unterschied zwischen einer Everyday Carry (EDC) und einer Get Home Bag (GHB)?

Während ein Everyday Carry (EDC) und ein Get Home Bag (GHB) auf die persönliche Vorbereitung ausgerichtet sind, dienen sie unterschiedlichen Zwecken und sind für unterschiedliche Szenarien konzipiert.

Alltagstrage (EDC)

Zweck: EDC ist eine Reihe wesentlicher Gegenstände, die Menschen täglich bei sich tragen, um alltägliche Bedürfnisse und Herausforderungen zu bewältigen.

Umfang: EDC-Artikel sind im Allgemeinen kompakt und leicht. Sie konzentrieren sich auf Komfort und Vielseitigkeit für alltägliche Situationen und sind nicht dazu gedacht, eine Person über einen längeren Zeitraum zu ernähren.

Beispiele: Taschenmesser, Taschenlampe, Multitool, Brieftasche, Schlüssel, Telefon und andere kleine, praktische Werkzeuge.

Get Home Bag (GHB)

Zweck: Eine Get-Home-Tasche soll jemandem helfen, in einem Notfall oder einer unerwarteten Situation sicher von seinem aktuellen Standort nach Hause oder an einen sicheren Ort zu gelangen.

Umfang: GHBs sind umfassender als EDC-Kits und enthalten typischerweise Artikel, die eine Person über längere Zeiträume versorgen können. Sie umfassen zusätzliche Überlebensausrüstung, Lebensmittel, Wasser, Kleidung und Werkzeuge.

Beispiele: Kompakter Unterstand, Wasserreinigungstabletten, Energieriegel, Wechselkleidung, Erste-Hilfe-Set, Karte und Notfallwerkzeugset.

Was ist ein EDC im Allgemeinen?

EDC-Artikel können je nach Lebensstil, Beruf und persönlichen Vorlieben stark variieren. Häufige Alltagsgegenstände umfassen:

  • Taschenmesser: Nützlich für verschiedene Aufgaben, vom Öffnen von Paketen bis zum Durchschneiden von Kabeln.
  • Taschenlampe: Eine kompakte Taschenlampe für schlechte Lichtverhältnisse oder Notfälle.
  • Geldbörse: Unverzichtbar für den Transport von Ausweisen, Kreditkarten und Bargeld.
  • Schlüssel: Haus-, Auto- und alle anderen täglich benötigten Schlüssel.
  • Telefon: Für Kommunikation, Navigation und verschiedene Anwendungen.
  • Uhr: Manche Leute legen eine Armbanduhr bei, um die Zeit im Auge zu behalten.
  • Stift und Notizblock: Nützlich zum Notieren von Notizen oder Ideen.
  • Erste-Hilfe-Artikel: Bandagen, Schmerzmittel oder andere kleine medizinische Hilfsmittel.
  • Multitool: Ein vielseitiges Werkzeug mit Zangen, Schraubendreher und anderen Funktionen.
  • Feuerzeug: Nützlich zum Anzünden von Kerzen oder für andere Zwecke.

Everyday Carry (EDC) für draußen

Ein Outdoor-EDC ist darauf ausgelegt, die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen in Outdoor-Umgebungen zu erfüllen. Mögliche Gegenstände:

  • Multitool oder Messer: Langlebig und vielseitig für Outdoor-Aufgaben.
  • Taschenlampe oder Stirnlampe: Für schlechte Lichtverhältnisse beim Camping oder Wandern.
  • Kompass: Für die Navigation, besonders in Gebieten ohne Mobilfunksignal.
  • Karte: Eine Papierkarte als Ergänzung zu elektronischen Navigationstools.
  • Feuerstarter: Wasserfeste Streichhölzer, Feuerzeug oder Feueranzünder.
  • Wasserreinigung: Wasserreinigungstabletten oder ein kompakter Wasserfilter.
  • Kompaktes Erste-Hilfe-Set: Mit Bandagen, antiseptischen Tüchern und Schmerzmitteln.
  • Paracord: Vielseitig und robust für verschiedene Aufgaben.
  • Pfeife: Zur Kommunikation und Notsignalisierung.
  • Rettungsdecke: Kompakt und leicht für Notfallschutz.

Ein Beispiel-EDC für extreme Winterbedingungen

Ein EDC für extreme Winterbedingungen sollte folgendes umfassen:

  • Isolierte Winterjacke: Warm und wasserdicht.
  • Isolierte Handschuhe: Hochwertig, für Minusgrade geeignet.
  • Wintermütze: Bedeckt die Ohren zum Wärmeschutz.
  • Schal oder Halstuch: Schutz gegen kalten Wind.
  • Wärmeschichten: Thermounterwäsche zur Temperaturregulierung.
  • Wasserfeste Stiefel: Isoliert und wasserdicht.
  • Hand- und Fußwärmer: Einwegwärmer für eisige Bedingungen.
  • Multitool: Für verschiedene Aufgaben, auch Eisbrechen.
  • Taschenlampe oder Stirnlampe: Die Wintertage sind kürzer.
  • Notfallpfeife: Zur Notsignalisierung.
  • Erste-Hilfe-Kasten: Mit Pflastern, Schmerzmitteln und persönlichen Medikamenten.
  • Navigationstools: Karte und Kompass als Backup.
  • Energiesnacks: Kompakt und kalorienreich.
  • Isolierte Wasserflasche: Verhindert das Einfrieren von Wasser.
  • Rettungsdecke: Leicht und kompakt für zusätzliche Wärme.

Mein Ansatz, es zu organisieren

Schaut man sich die unterschiedlichen Definitionen an, erkennt man schnell Überschneidungen. Wo genau verläuft die Grenze zwischen einem EDC und einem GHB?

Normalerweise fahren wir an einem typischen Arbeitstag zu einem Büro in der nächstgelegenen Stadt. Die Route verläuft beispielsweise 20 km über abgelegene Landstraßen. Per Definition müssten Sie ein EDC und ein GHB mitnehmen. Das EDC wird ständig am Körper getragen und das GHB befindet sich im Auto. Was passiert, wenn der Anwendungsfall für ein GHB auftritt, während Sie sich zwischen dem Auto und dem Büro befinden?

Eine klare Abgrenzung zwischen den Einsatzgebieten gibt es hier nicht. Ich bevorzuge daher eine andere Organisationsform.

Erstens werden Redundanzen in den einzelnen Ausrüstungstaschen beseitigt. Brauche ich wirklich zweimal ein kleines Messer? Ich teile die Artikel in mögliche Lagerorte ein: das Auto, ein kleinerer Rucksack und die Taschen der Kleidung. Außerdem gehe ich davon aus, dass ich in der Nähe direkten Zugriff auf das Auto habe. Als Krise definiere ich jeden Zeitraum, in dem es notwendig erscheint, Utensilien zu nutzen, weil der reguläre Betrieb nicht stattfindet.

Beispielhafte Materialverteilung

Die folgende Auflistung dient lediglich der Verdeutlichung des Konzepts.

Im Auto

  • Zusätzlicher Wasservorrat (z. B. 4 Liter)
  • Schlafsack oder Decke
  • Notnahrung (z. B. 4 Portionen NRG5 à 2.500 kcal)
  • Brennstoffe (2 l Alkohol) und Notkocher mit Tassen
  • Großer Erste-Hilfe-Kasten (auch zur Nachfüllung des Rucksacks)
  • Festes Schuhwerk

Im Rucksack

  • Nässeschutzstiefel (leicht und kompakt)
  • Powerbank, Taschenlampe, GPS, Kompass, Karte(n)
  • IFAK für eine Person
  • 1 Liter Wasser
  • Notnahrung (500 g / 2.500 kcal NRG5)
  • Poncho, Teelicht, Feuerzeug
  • Weitere Gegenstände je nach persönlichem Bedarf

In der Kleidung

  • Tabletten zur Wasseraufbereitung
  • Taschenmesser oder Multitool
  • Rettungsdecke (auch als Notfallponcho)
  • Weitere Gegenstände je nach persönlichem Bedarf

Abschluss

Ich habe hier ein etwas anderes Konzept vorgestellt, das die Grenzen zwischen EDC und GHB verwischt. Dieser Ansatz funktioniert nicht für jeden, lässt sich aber schnell an individuelle Bedürfnisse anpassen. Entscheidend ist, dass die Elemente der Notfallpakete – egal ob EDC oder GHB – regelmäßig auf Funktionalität überprüft werden. Darüber hinaus ist ein regelmäßiges Training mit den einzelnen Komponenten unerlässlich, da nur so im Bedarfsfall schnell und richtig gehandelt werden kann.

Grüße, Sven